Archive for Dezember 2009

Honeymoon und Endfield

Dezember 29, 2009

Agra

Man kann zwar nicht auf zwei Hochzeiten gleichzeitig  tanzen, aber innerhalb von 8 Wochen auf zwei Hochzeitsreisen zu sein ist durchaus möglich.(siehe Honeymoon und Kalaschnikow). Ich begegnete Lana und Adam in Varanasi.

Sie kauften sich dort eine Endfield, eine Royal Endfield.

Und da ich zur selben Zeit nach Dheli fahren wollte, kam uns die Idee gemeinsam unterwegs zu sein.

Adam ist ca. 1,85 m, sehr hellhäutig und hat eine laute donnernde Stimme. Und immer wenn wir ausserhalb der touristischen Orte für einen Chaj stehen bleiben wird er von einer  Horde Indern umringt. Wenn Adam aber dann seinen Tee in Ruhe trinken will, sagt er schliesslich zu den leuten: Chris is a famous actor in Hollywood.

Meinen Tee habe ich aber dann schon getrunken.


Mittlerweile bin ich was den indischen Verkehr anbelangt ziemlich gelassen geworden.

Wir bewegen uns zwischen  langsamen Rikschas und rasenden Mopeds, überfüllten Bussen und schlafenden Hunden, Kamelen und Elefanten, wütenden Büffeln und heiligen Kühen. Dazwischen spazieren Menschen.

Dies alles mag einem bizzar vorkommen, aber hier ist das der ganz normal. Und im Grunde muss man sich einfach nur anpassen :)))

8 Vollbremsungen und 25 Tempel und Sehenswürdigkeiten später kamen wir abends dann zu Weihnachten in Agra an. Halleluja

Wie sehr muss dieser König seine Frau geliebt haben um ihr ein solches Geschenk zu machen.

Mit einem Fotgraphen von National Geografik und Lonly Planet habe ich dann auch einen ganzen Nachmittag verbracht um Fotos vom Taj Mahal zu machen.

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They turn around every stone

Dezember 19, 2009

Die Ghats von Varanasi

Als ich von Kathmandu losfuhr hatte ich gestrecktes Benzin eingekauft. Folglich blieb ich 500 m !!! vor der Grenze zu Indien liegen. Zwischen brennenden Reifen, Demonstranten und  Staatsgewalt    war mein Bewegungsradius einzig auf mein Fluchtmobil eingeschränkt. Trotzdem konnte ich einen Liter Gestrecktes very cheap zum tripple Preis ergattern.

Indien war wie gewohnt chaotisch. Ich weiss nicht was in den Köpfen der Inder so ab geht wenn sie mich sehen. Meine Indienkarten sind manchmal ungenügend und auch falsch. So bin ich auf das Wissen der Lokals angewiesen, vielleicht denken sie der Bursche steht auf Abenteuer, oder sie mögen mich nicht. Vielleicht meinen sie es ja gut, wenn sie mich aufs Land in die Pampa schicken.

Die Strecke von Patna bis Samara war das Härteste was ich mir und meinem Bike bisher zumuten musste. 11 Stunden für 120 km. Thank you India.

In Samara haben Sie einen Zeitungsbericht über mich veröffentlicht.

Ich bin trotzdem nach Varanasi weitergefahren.

Über mehrere Quadratkilometer erstrecken sich die verwinkelten Gässchen der Altstadt.

Man kann sich leicht verlaufen und landet dann in einer dieser unzähligen Sackgassen und Hinterhöfe. Überall wird etwas angeboten, an jeder Ecke ist irgendein Tempel verborgen.

Am besten Orientiert man sich dann an den Ghats, welche die Altstadt begrenzen.

Diese historischen Bauwerke erstrecken sich über mehrere Kilometer entlang des Ganges. Hier finden die Totenbestattungen,   Zeremonien und rituellen Waschungen statt.

An den Verbrennungsstätten ist das Fotografieren nicht erlaubt. Hier wollte mir einer Brennholz für die Toten verkaufen.

Es gibt keine Tricks oder Möglichkeiten, welche Sie auslassen um an ein bischen von deinem Geld zu kommen.

They turn around every stone hat Adam dazu treffend gesagt.

Trotz allem finde ich die  Vielfältigkeit und Abwechsulung aufregend und spannend. Die Leute sind freundlich, ich fühle mich wohl und geniesse den Aufenthalt  hier in den Ghats von Varanasi.

Adam aus Australien und seine Freundin aus UK haben sich einen Royal Endfiel gekauft und für die Reise hergerichtet. Sie sind somit ziemlich unerfahren und wollen ein bischen aufs Land Richtung Agra fahren.

Ich begleite sie trotzdem :-)………

What to do in Kathmandu

Dezember 16, 2009

Nachdem Johanne und Nico auf dem Schwarzmarkt nach fünf Tagen Benzin zum 3-fachen Preis bekamen trennten sich unsere Wege. Ich versuchte mit dem letzten Sprit noch zu einem Guesthouse in den Bergen zu kommen.

Vergebens. Zum Vergnügen der Nepalesen rollte ich also den Berg zurück und kam mit dem letzten Schwung an eine Tankstelle ohne Benzin. 

Doch kurze Zeit später kam mir ein deutsch sprechender Nepalese zur Hilfe und  ich bakam 13 l zum normalen Preis.

Ich entschied mich nach Kathmandu zu fahren.  Nach zwei Tagesreisen kam ich mit einem halben Liter Sprit im Zentrum der Stadt an. Mittlerweile hatte sich der Streik auf alle Läden ausgeweitet. Die Situation war auch für mich zu einer extremen Belastung geworden.  Ich hatte also keine  Wahl und musste mich auf das erste Angebot fuer eine  Unterkunft einlassen.  

                                                                                                                                                                                                                                                                                               Ich folgte Raj zu einem Hotel in der Nähe und traf dort Anna und Simone.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                        Die Lage wurde besser. Zusammen schauten wir uns die Stadt an.

Ich bekam wieder Benzin.

Mit der wunderschönen gesanglichen Untermalung meiner charmanten Begleitung  durfte ich das Panorma des Mount Everest geniessen  :).

Trotzdem musste ich weiter und während ich dies hier schreibe sitzte ich bereits am Ufer des Ganges…..

Alles steht still

Dezember 4, 2009

Benzinsttreik am Annapurna

Entgegen meiner Gewohnheit bin ich diesmal mit fast leerem Tank nach Pokhara gefahren. Die Stadt liegt am Fusse des 8091 m hohen Annapurna.

 Zum Glück hatte ich noch etwas Benzin in meinem Kocher um zum nächsten Guesthouse zu kommen. Hier muss ich also nun den Streik aussitzen.Aber ich bin nicht allein. Auf meinem Weg habe ich ein Paar aus Frankreich getroffen.

Wir sind uns   dreimal hintereinander begegnet. Nachdem wir uns in einem kleinen Restaurant am Highway über unsere Reisen austauschten (www.on-the-road-again.com), begneten wir uns wieder vor einer geperrten Brücke. Das Militär sprengte dort die übriggebliebenen Bomben der Maoisten. Nachdem wir uns dann in einem kleinen Dorf auf dem Weg nach Pokhara wieder zufällig begegneten, haben wir beschlossen gemeinsam zu reisen. Zusammen haben wir und jetzt in das Annapurna Sanctuary zurückgezogen um dort auf das Ende des Benzinstreik zu warten.

 Hätte mich schlimmer erwischen können.