Archive for Oktober 2010

Grenze zu Queensland

Oktober 29, 2010

Noch einmal richtete ich mein Bike auf und fuhr los um zumindest den Fluss zu erreichen. Aber ich stuerzte nicht mehr  und ich kam im dunkeln sogar an eine 20 Sehlengemeinde mit 2 Zapfsaeulen und einem Pub an. Ein Ort der nicht tiefer im Busch sein kann.  Mit  Dreck ueberzogen blieb ich  in der Schwingtuer der Kneipe stehen. Ein schoener bunter Flachbildschirm ueber dem leuchtenden Kuehlschrank mit Bier und Speiseeis zogen mich und die Aborigines die darunter sassen in ihren Bann. Es waren die einzigen Farben seit Tagen.  An den Waenden waren Bilder des Pubs als er nur mit Booten erreichbar war. Es konnte also noch schlimmer kommen.

It` s lika a game

Ich weiss nicht ob der Jeepfahrer durchgekommen war aber am naechsten Tag wurde die Strasse gesperrt.

Ich hatte es geschafft.

 

Mein Schienbein begann zu schmerzen und im stillen dachte ich mir das dieser Gelaendetrip einer der bloedsten Ideen war die  ich bisher hatte. Zumindest durfte ich mein Zelt aufstellen, duschen und mein Bike wieder zusammenflicken.

Die Leute sagen das dieses Wetter ziemlich ungewoehnlich war. Nach 15 Jahren der Trockenheit und Buschfeuern fuellten sich wieder die Speicherseen in Queensland.

Ich hatte noch 800 km vor mir bis ich mein eigentliches Ziel die subtrobische Ostkueste Australiens erreichten wuerde.

Advertisements

No worrys

Oktober 11, 2010

 

Der Plenty Highway

Manchmal ist es schwer den leichten weg zu gehen.

Obwohl die Wettervohersage eine wage Regenwahrscheinlichkeit in den naechsten Tagen vorausgesagt hatte strahlte der Himmel in sorglosem Blau. Ohnehin wuerde ich die 700 km unbefestige Strasse in zwei Zuegen durchqueren. Ich durfte nur nicht zu schnell fahren da ein Teilabschnitt der Strecke an die Grenzen meiner Tankkapazitaet reichte.

Its like a game hoerte ich den Jeepfahrer murmeln als ich den grossen Adlern am Himmel nachglotzte und mir meine Chancen ausrechnete.

 Ja, nur nicht zu schnell fahren. 

 Doch schon nach einer Weile lies ich mein Bedenken in trockenen Staub zurueck. Leicht lies sich mein Motorrad ueber sandige, lehmige und felsige Abschnitte manovrieren. Meine Zuversicht wuchs und ich entschied mich mein Zeltlager bereits nach ca. einem drittel der Strecke auf einer kleinen Anhoehe zu errichten. Dieser Platz erlaubte mir einen weiten Blick ueber die flache Landschaft. Bis hierhin gehoerte die Strasse nur mir und es sah so aus als wuerde sich das am naechsten Tag auch nicht aendern.

Stunden spaeter riess mich trommelnder Regen auf dem Zeltdach aus meinem Schlaf. Es war kuehl geworden und der Himmel sah aus als haette ein grosses schwarzes Loch alle Lichter verschluckt. Bis hierhin hatte ich auf meiner gesamten Reise nur einen Regentag gehabt und jetzt erwischte es mich an einem Ort der mich der Natur voellig ausgelieferte .

Als ich mein nasse Behausung verstaute und mein Bike wieder auf den Weg brachte stellte ich fest das es schon die Tage zuvor geregnet haben musste. Die sandigen und felsigen Abschnitte  konnten mein Motorrad gut tragen. Aber der lehmige Grund war schwer wie Blei und tuekisch wie Eis.  Bloody slipery

Es war hoechste Zeit diesen Ort zu verlassen, wenn ich ueberhaupt noch von hier kommen wollte

Ich musste mich also schnell bewegen.

Doch der Schlamm lehmte meinen Vorwaertsdrang  und ich verlor mich in immer wilder werdenen Schlangenlinien.

Unzaehlige male riss mir der Matsch meine Motorad aus den Haenden Die boxen wurden wie Konservendosen aus ihrer Verankerung gerissen und ich verlor 3 meiner 4 Wasserkanister.  

Wertvolle Zeit verstrich waehrend ich versuchte nach jedem abgeladenen Gepaeckstueck das Motorrad wieder aufzurichten. Benzindaempfe raubten mir die luft. Die Fussraste hatte sich an meinem Schoner vorbei in mein Schienbein gebohrt doch ich spuerte keinen Schmerz. Eine der spanischen Karteikarten lag neben meinem verrusten Kocher im Matsch. Los pajaros pueden volar, Voegel koennen fliegen stand darauf. Der Tag begann sich zu verdunkeln.  Ich wuerde es nicht mehr schaffen…..