Archive for the ‘Indien’ Category

Thank you India

April 9, 2010

Der richtigen Zeltplatz waehrend der Reise in Indien zu finden ist wie Versteckus fuer Erwachsene. Es haengt allerdings eher vom richtigen Zeitpunkt als vom Ort ab. Eine halbe Stunde vor Sonnenuntergang bevor es zu dunkel wird um die Felder zu bestellen und die Moskitos ihre Unterschlüpfe aufgeben, wenn das Licht durch die Palmen und Buesche faellt ist es Zeit sich zu positionieren. Am besten auf einer Anhoehe nicht zu weit von der Hauptstrasse.  Und je nachdem wie gut dann das Nachtlager ist kann man dann ein Feuer machen und sich ueber die Angst der Anderen vorm Dunkeln lustig machen.  Immer klappt das nicht aber man wird besser. Ich wuerde mal sagen Indien gegen  Chrieschi 1 zu 1.

Indien verleiht einem Fluegel und schmettert einen im naechsten Augenblick zu Boden.

War mit Adam und Lana und ihrer Endfield  on Honeymoon , hatte zwei bescheuerte Unfaelle und eine menge Glueck :-), habe Susanne und Juergen zum dritten mal wiedergetroffen.

Aber das ist nur eine von unendlich vielen Geschichten aus denen dieses Land gewebt ist. Mann muss hingehen um das gesehen zu haben.

Indien ist kein Land.

Indien ist ein Kontinent.

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Verschiffung

April 6, 2010

Chennai

In  der viertgroessten Stadt Indiens blieb mein Motorrad stehen. Gelaehmt musste ich mit anschauen wie der Strom an Rikschas, Bikes, Bussen und Autos an mir vorbeizog. Als ich an diesem Morgen meinen Laptop starten wollte sah ich nur eine schwarze Mattscheibe. Und das hatte nicht mit dem Stromausfall zu tun, der den ganzen Tag anhalten sollte. Sehr wohl war dies ein Grund fuer die Mitarbeiter der Indonesischen Botschaft keine Visas auszustellen. 40 Grad im Schatten gaben mir den Rest. Entnervt drehte ich den Zuendschluessel um, und bestellte mir erstmal einen Chaj am Strassenrand um zur Ruhe zu kommen. Die Leute sagen hier der Strand sei der zweit laengste der Welt.

Ich stand auf, schloss den Stromkreis wieder, legte den zweiten Gang ein. Nach zwei Metern liess ich die Kupplung kommen und der Motor sprang wieder an.

Zum Glueck war ich in Chennai, so dass ich ohne groessere Probleme eine passende Batterie finden konnte.

Ich entschied mich ein letztes mal in Indien mit meinem Motorrad an den Marinabeach in der Naehe des Hafens von Chennai zu fahren.

Weit draussen sieht man wie sich die Linie zwischen Luft und Wasser in einen langgezogenen Bogen wandelt.  Selbst das Meer in der Bucht von Bengalen muss sich dieser Kraft beugen. Viele Frachtschiffe gehen von hier aus in die ganze Welt. Mein Schiff benoetigt zehn Tage um im Hafen von Port Klang anzukommen. Die Stadt befindet sich unweit von Kuala Lumpur, der Hauptstadt Malaysiens. Ich habe viel gehoert ueber Malaysia und Indonesien.

Ich trinke nochmal einen Chaj.

Ich moechte mich hierbei nochmal bei der zuvorkommenden Agentur in Chennai bedanken. Das freundliche und professionelle Team ermoeglichte mir zu einem guenstigen Preis einen reibungslosen Uebergang.

Addresse

Skylark Cargo Services

Custom House Agent

No. 1 Elango Salai, 1st Floor

600018 Chennai

Tel: 044 42170952

Email chennai@skylarkcargo.com

Mahabalipuram

März 29, 2010

Am Schluss meiner Reise machte ich nochmal einen grossen Sprung nach Mahabalipuram unterhalb von Chennai.

Im Dezember 2004 haben, nachem die Andamanen zerstoert wurden die letzten Auslaeufer des Tsunamis Mahabalipuram erreicht . Am Dancefestivals zu Vollmond versammeln sich  10000ende Inder fuer drei Tage an diesem Ort. Sie essen, schlafen und leben  auch genau an diesem Strand.

Danach verwandelt sich dieser Ort wieder eine Idylle und man teilt das Dorf mit den Bewohnern und einigen Touristen.

Vielleicht  koennte man sogar barfuss ueber den Sandstrand bis ins ca. 60 km lange Chennai gehen. Vermutlich ja.

In dem Hafen dieser Stadt werde ich mich fuer zehn Tage von meinem Bike verabschieden.

Ziel Kuala Lumpur in Malaysia.

Hampi

März 24, 2010

Mittlerweile war hier so heiss geworden, dass die Batteriesaeure zur Haelfte verdunstet war und ich das Motorrad nicht mehr starten konnte. 5 Liter Benzin waren verdampft , wie auch immer . Die Zeit scheint an diesem Ort stehengeblieben zu sein.  Millionen Jahre haben die erstaunlich balancierenden Felsformationen hervorgebracht und man fragt sich wie dieses Gleichgewicht auch nur ein weiteren Tag bestehen  kann.

Die magische Atmosphäre dieses Ortes fesselt einen und man kann eine erstaunlich lange Zeit damit verbringen die weit verstreuten Ruinen zu erkunden und sich vorstellen welche immense Bedeutung dieser Ort fuer die Menschen gehabt haben muss. Oder man verbringt einen ganzen Tag damit liegend Schach in einem der Restaurants am Fluss zu spielen.

Von Ozean zu Ozean

März 14, 2010

Ein Tag am Meer,

Goa

Ich habe die zwei also mit ihren Fahrraedern kurz vor Goa verloren. Als ich dort  ankam blieb ich haengen. 

Draussen am Meer geht der Strand flach ins Wasser. Man sprintet hienein bis  man nach vorne kippt und zur naechsten Sandbank krault. Dann springt man ueber seichtes Wasser,  taucht ein und krault nochmal bis man noch genuegend Luft hat. Man versucht dann einer grossen Welle nach vorne zu entfliehen bis man in ihrem Schatten nach oben gezogen und an Land gespuelt wird.

Ein schoener Bergpass kommt dem ziemlich nahe.

Mein Motorrad hat in Indien ein paar harte Schlaege einstecken muessen. Fuer Lkw’s gelten andere Regeln und Nachlaessigkeiten sind auf meiner Reise  zu einem schwer kalkulierbaren  Risiko  geworden.

 Ich beobachte weiter das Meer. Weit draussen scheint  eine grosse Welle auf mich zukommen.

Ich hole tief Luft.

Gefunden und verloren

März 4, 2010

Von  Mumbai nach Goa

Wir waren in den Nachrichten. Am naechsten Morgen bekam ich einen Anruf von der Polizei. Es war der 60 Nationalfeiertag Indiens, und es war schon problematisch mein auslaendisches Vehikel im Hinterhof  meiner Reisebekanntschaft einfach so abzustellen. Seit dem Anschlag auf das Taj Mahal Hotel vor nicht allzu langer Zeit waren die Leute uebervorsichtig. Die Ankunft von Susanne und Juergen mit ihren schwer beladenen Fahrraeder am naechsten Tag verdeutlichte dies nur allzu sehr. Bei dem Anruf  jedoch handelte es sich vielmehr um einen Expolizisten, der mich kennenlernen wollte. Er wollte irgendetwas von meiner Mision wissen. Im nachhinein erfuhr ich das er mich sogar finanziell unterstuetzen wollte.

Ich fuhr trotzdem und folgte einer Einladung nach Mahad aufs Land mit einem Zwischenstop in Pune. Die Suche nach den beliebten Osho-Ashram war kurz in der  Millionenstadt. Dort zu uebernachten war mit einer Mitgliedschaft gegen Bares und mit einem HIV-Test verbunden. In der luxurioesen und bewachten Anlage waren die Leute alle lila gekleidet. Man empfahl mir  doch zu relaxen und in der naheliegenden German Bakery,  einem Travellertreffpunkt zu gehen.  Zwei Wochen spaeter wurde genau dieser Ort in die Luft gesprengt. 9 Menschen waren zur falschen Zeit am falschen Ort.

Ich fuhr weiter. Die Landschaften aendern im Gegensatz zur flachen Gangesebene schnell ihr Gesicht. Die Gegend um Mahad gleicht dem Grand Canyon, und eine Tagesreise suedlicher sollten die weissen Sandstraende beginnen. Seit unserem dritten Wiedersehen versuchten wir gemeinsam zu reisen. Dies ging dreimal gut. Das ungenuegende Kartenmaterial jedoch machte eine genaue Planung unmoeglich. So verlor ich Susanne und Juergen etwas noerdlich von Goa aus den Augen.

TV-Star

Februar 27, 2010

Von Mt. Abu nach Mumbai

Ich habe den Alukoffer geradegebogen, den Blinker repariert, und die Ventile eingestellt.  Mein Weg nach Sueden fuehrte mich ueber zwei Gurudwaras zu Ashish und Kulvinder. Beide hatten in der groessten Stadt Gujarats Ahmedebad einen Geschaeftstermin. Einzig und allein mein Motorrad  inspirierte beide anstatt mit dem Zug mit dem Motorrad nach Mumbai zu fahren. Eines Abends klopfte es an meine Tuer eines Gurudwharas. Es war Ashish. Und obwohl ich urspruenglich nicht nach Mumbai wollte nahm ich die Einladung dorthin an. Wir fuhren zusammen und zuegiger . Eine Stunde vor der Daemmerung und zwei Stunden vor Mumbai begegnete ich wieder Susanne und Juergen aus Augsburg.

Ich dachte mir wenn man sich dreimal trifft hat man die selbe Zeit und das selbe Ziel.Wir verabredeten uns in Mumbai.Dort kuemmerte man sich um alles und arrangierte fuer uns drei einem Termin mit zwei Fernsehteams und einem Zeitungreporter.

Wir waren in den Nachrichten.

Unfall am Mt. Abu,

Februar 12, 2010

 von Udaipur nach Mumbai.

Im Norden Indiens ist es kalt geworden und es war hoechste Zeit mich von Lana und Adam zu verabschieden. Nun war ich wieder auf mich alleine gestellt und die hoechste Erhebung Rajasthens der Mt. Abu war nicht weit und auf meinem Weg. Alles lief zuverlaeslich. Ein ca. 20 km langer, verkehrsarmer Pass windet sich zu den weit verteilten Sehenswuerdigkeiten, Heiligtuemern und Lebensgemeinschaften. Ein letzter Blick auf meine Karte auf der Tanktasche sollte mir Klarheit verschaffen. Als ich meinen Kopf wieder erhob befand ich mich abseits der geteerten Strasse schraeg ueber einem trockenen Wassergraben. Es ist immer wieder erstaunlich wie schnell man in einer solchen unvermeindlichen Situation die richtigen Entscheidungen trifft. Kontrollierter Abstieg – erst ich, dann Motorrad – felsen vorraus, links weicher boden – Aufschlag, Ruhe

Check. Meine Alubox diente als seitlicher Airbag, verformte sich und uebergab seinen Inhalt. Helm, Protektoren der metallene Boden unter dem Motor schuetzten. Ich hatte ungleichmaessig gepackt und einen schleichenden Platten am Antriebsreifen. Schweigend zogen acht Helfer meine 250 kg aus dem Graben. Ich koennte euch nicht sagen wer diese Menschen waren, aber es fiel kein Wort. Ich blieb drei Tage.

Abschied

Januar 20, 2010

von Pushkar nach Udaipur

Zweifellos sind die Inder von unseren Motorrädern begeistert. Ich habe mich daran gewöhnt die Spiegel und Einstellungen  meiner Transalp an so manchen Morgen wieder neu einzustellen.

Auf ihren kleinen Motorrädern versuchen gerade die Jungen uns zu beeindrucken indem sie besonders schwungvoll um uns herumschwirren. Und manchmal übertreiben sie es. Als wir Pushkar gegen Morgen verlassen wollten drängte sich eine 125er zwischen uns und wollte rechts vorbeiziehen. Der Weg wurde zu eng und das Gas blieb hängen. Mit heulendem Motor kippte die kleine Honda von der schweren Bullet weg und schlitterte gegen Marktstände und stehende Roller.

Als Ausländer ist man erstmal pauschal schuld, egal wie der Unfallhergang wirklich war. India no good for big Bikes lies mich ein ganz schlauer mit grauem verfilztem Haar und betelnuss rotem Grinsen wissen.

Gegen die aufgebrachte Menge hätten wir schlechte Karten gehabt. Shiva sei dank war nur das Image und die kleine Honda Hero unseres Helden angekratzt und alles hatte sich so schnell aufgelöst wie es passiert war. Nun wach bewegten wir uns auf kleinen aber guten Straßen und ließen den Wallfahrtsort zwischen kargen Hügeln in Richtung Ajmer hinter uns um über den Highway nach Chittorgarh zu rollen.

Das Fort dort aus dem 8. Jahrhundert  mit seinen über 130 Tempeln war so groß, das wir die Anlage mit unseren Bikes befahren durften. Im 16. Jahrhundert begingen 13000 Frauen und 32000 Krieger Selbstmord nachdem sie durch  Bahadur Shah, dem Sultan von Gujarat besiegt wurden.

Leider musste Adam seinen lahmen Gaul immer wieder an kicken und so verbrachten wir anschließend die nächsten Stunden damit das alte Ross wieder in Gang zu bringen. Da ich mit meiner XT 600  vor sechs Jahren ähnliche Erfahrungen gemacht hatte wusste ich wie Adam zumute war. So gut ich konnte unterstütze ich moralisch, mit technischem Wissen und Werkzeug. Wir waren seit Varanasi fast einen Monat lang zusammen unterwegs und die meiste Zeit stand das Motorrad in irgendwelchen Werkstätten. Ironischer weise trennen sich, jetzt da das Motorrad nun wirklich zu verlässlich seinen Dienst verrichtete unsere Wege. Die letzte Nacht entschieden wir uns ausserhalb von Udaipur zum ersten mal in meinem Zelt in der nähe von Ranakpur zu übernachten. You put your tent in a fucking Jungel kommentierte Adam nachts die vielen unbekannten Tierlaute in der unmittelbaren Nähe unseres Zeltes. Verbotener weise hatten wir das Zelt in einem Wildpark aufgestellt. Ab hier werde ich mich wieder alleine Richtung Arabischen Ozean durchschlagen…..

Hier sieht meine Alubox noch gut aus 😉

Die Welt ist klein

Januar 14, 2010

Von Dheli nach Pushkar

Für eine absehbare Zeit bestand unsrere Motorragang nun aus vier Weltreisenden.

Der 18 jährige Tevin aus Amerika hat sich mit seiner 85er Endfield in Dheli zu uns gesellt. Seit dem übertrumpfen sich beide Endfieldfahrer gegenseitig mit ihren Werkstattbesuchen.

Es wird ausgewechselt und repariert oder neu montiert:

2 x verschlissene Nockenwellenlager (Billiges auluminium), defekter Kabelbaum, abgenutzte Kette mit beiden Ritzeln, verschlissene Kolben und Zylinder (als neu verkauft), Birnen, Zündsystem, verbogene Gabel (mit Motorenöl und Papier als Dichtmaterial!) schiefer Gepäckträger, Kupplungshebel, verschmutzter Vergaser, kaputte Tachowelle, Dichtungsringe, zu schwache Batterie, Benzinfilter, Rückspiegel und  Hupe.

Vielleicht sollte ich eher beschreiben was nicht gemacht wurde.  Aber was gemacht wurde war immer teurer für den reichen Weissen, not bad but thats India.

Wenn ich dann mal abseits der Werkstätten nicht beim Fachsimpeln war unterhielt ich mich mit Lana.  Vor knapp vier Jahren verliess sie England. Ihre Reise führte sie nach Australien zu Adam. Sie hätte sich nie vorstellen können dort zu heiraten und dann auf Weltreise zu gehen.

Bis auf dem bischen Öl, welches aus der Gearbox und dem Zylinderkopf kommt, Zündausetzern bei 60 Sachen und rausspringenden Gängen und der Vergasereinstellung gibt es keine groesseren Probleme mehr.

Es kam vor das die ein oder andere Rebuild dann auch mal stehen blieb. Nachdem uns Motorradrockern in Jaipur diesmal der Zugang zum Tempel verwehrt wurde protestierte Tevins 1985er und sprang nicht mehr an. Adam und ich haben dann kurzentschlossen das Bike wie eine Billardkugel mit gestreckten Beinen durch den dichten Verkehr der Fünfmillionenstadt Jaipur bugsiert. Was für ein Anblick! 1876 wurde die Altstadt zu Ehren King Edward VII komplett in Pink bemalt. Nach einigen Werkstattagen gaben wir unsere Wg in der  Pink City auf. Tevin allerdings haben wir an die zwei hübschen Kanadierinnen aus usererem besetzten Bürogebäude verloren.

Wir liessen  uns langsam von unseren Motoren durch die stetig wechselnden Landschaften Rajasthans ziehen. Im Gegensatz zur fruchtbaren Gangesebene ist diese Wüstenregion spärlich bewachsen und dünner besiedelt.

Es war absehbar dass wir nach einigen Verzögerungen zu spät an unserem nächsten Ziel  ankommen würden. Aber der kühle Abendwind und die nun harmonisch blubbernde Bullet zwischen mir und der untergehenden Sonne liessen dies alles belanglos erscheinen. Man weiss nie was auf einen zukommt.

Die Altstadt Puskars war noch belebt. In den engen Gassen wedelten wir unsere Bikes zur nächsten Unterkunft. Gerade rechtzeitig um die nächste grosse Razzia mit 25 besetzten Jeeps aus der Region miterleben zu dürfen. Die Polizisten waren dann auch so nett um mir beim Auspacken zu helfen. In  dieser nacht wurden mehrere Touristen wegen Drogenbesitzes oder Terrorverdachts in eine  Unterkunft versetzt, welche bestimmt nicht vom Lonly Planet enpfohlen wurde. Ich schlief gut und am nächsren Morgen tauchten auf meinem Erkundungspaziergang zwei bekannte Gesichter auf. Ich überholte Susi und Jürgen vor über 10000 km mit ihren Fahrrädern nahe des Arrarats in der Türkei. Trotz Warnung der Einheimischen vor Bären hatten wir zusammen unsrere Zelte aufgeschlagen. Beide sind Augsburger und haben ihren Tattoo-Laden  ca. 500 m von meiner alten Wohnung entfernt. Man sieht sich immer zweimal und  die Welt ist klein solange die Maschinen laufen.