Archive for the ‘Indonesien’ Category

Zehn kleine Bikerlein

August 1, 2010

Ost-Timor

Wie sollte es anders sein die Welt ist im Wandel. Als Konsequenz bedeutete das fuer mich in Indonesien nahezu das achtfache zu zahlen um noch gerade rechtzeitig an ein neues Visum zu kommen. Natuerlich gibt es hierbei Leute die von solchen Veraenderungen besonders profitieren. Fuer die Verschiffung meines Motorrads von Ost-Timor nach Darwin  sollte es diesmal ploetzlich der dreifache Preis sein. Wie gesagt die Welt befindet sich im stetigen Wandel. Doch was soll man tun wenn man mit seinem Motorrad zufaellig in das Raederwerk dieser Veraenderungen gelangt.

Hierzu eine kleine Geschichte von

Zehn kleinen Bikerlein

Die wollten nach Australien.

Ein Englaender hatte einen Motorschaden (anscheinend hatte er sich auch verliebt).  Da warens nur noch neun.

Ein Norweger flog nach  Haus zurueck  (hatte keine Lust mehr, soll vorkommen).  Da warens nur noch acht.

Einer  Schweizerin ging das Geld aus. (ab nach Thailand) Da warens nur noch sieben.

Ein Australier verlor die Nerven (am Schluss wollte er illegal ohne Visa die Grenze ueberqueren).  Da warens nur noch sechs.

Ein Englaender ist stumm geblieben   (irgendwo verschollen, no answer to the emails).  Da warens nur noch fuenf.

Ein Franzose der wollte erst gar nicht mit (wollte lieber alleine bleiben).  Da warens nur noch vier

Und hier endet die Geschichte: da waren es nur noch vier

 

Vier Gestrandete die ihre Zelte in einem Hof eines Backpacker Unterkunft in Dilli der Hauptstadt Osttinmors  aufstellten.

Der Eigentuemer verglich die Situation mit einem Refugeecamp.

Unter anderem veranlasste uns dies auch unser Lager abzubrechen um uns dann ein Apparment zu mieten

Wir zogen um in die Biker WG.

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Gefangen auf den Inseln

Juni 23, 2010

Ein unguenstiges zusammentreffen von zwei Umstaenden fuehrte dazu dass ich mal wieder in der Klemme bin.

Ich warte nun schon seit  Wochen auf  eine Antwort von Osttimor fuer mein Visum und eine Woche auf die inoffiezielle Verlaengerung meines Visums welches mittlerweile  schon ausgelaufen ist. Fuer Indonesien hatte ich 2 Monate eingeplant und ich wusste das ich mein Visum zumindest einmal verlaengern konnte. Dies haette normalerweise gereicht. Nun war es aber so das sich kurz nach meiner Einrese nach Indonesien die Situation in Ost-Timor veraendert hatte und ich konnte nicht mehr so einfach uebers Land einreisen. Man muss neuerdings die Erlaubnis einzureisen per Internet beantragen. Bearbeitungszeit mindenstens zehn Tage. Man kann darueber streiten ob es nun Pech ist, dass sich Situation  fuer die Vergabe der Visas sich derart veraendert hat oder ob es Glueck ist das ich zur falschen zeit am richtige ort sein darf.

Tatsache ist das ich jetzt mit mittlerweile ausgelaufenem Visum seit ueber drei Wochen auf die Antwort aus Ost-Timor warte.

Das mag auch mittlerweile meine Familie ueberaschen die mich in Indonesien besucht hatte.

Vielen Dank nocheinmal fuer alles.

Bevor sie sich von mir verabschiedeten

meinte Gerald noch zu mir wenn ich wirklich probleme habe soll ich mich melden und nicht bis auf den letzten druecker warten. Aber was anderes bleibt mir jetzt nicht mehr uebrig.

Ich komme mir vor wie dieser mann der fuer zwei Jahre auf einem Flughafen leben musste weil sich waehrend seines fluges die politische Situation in seinem Land veraendert hatte. Tom Hanks hatte die Hauptrolle in der Verfilmung.

Aber eine Sache macht mich doch noch etwas ich sag mal zuversichtlich. Beim Abschied meiner Familie war da wieder einer dieser Momente bei der man das gefuehl hat irgendetwas unwirkliches passiert. Einer dieser Momente die ich schon so oft  auf dieser Reise hatte. Gerald erzaehlte mir an der Ablegerstelle fuer die Speeboote nach Bali von einem Freund in Australien. Er lebe dort schon eine Weile und koenne mir bestimmt weiterhelfen wenn ich dort bin. Und ob ihrs glaubt oder nicht in der selben Sekunde kam genau dieser Typ auf uns zu…

Die Schwefeltraeger am Ijen Plateau

Mai 14, 2010

Ostjava

Die Aussicht und ein Java Café Arabica entschaedigen fuer die schlechten Strassen hinauf ins Ijen Plateau. Ich schnalle den Helm an den Lenker und lasse mein Motorrad vorbei an Kaffeplantagen und Baumalleen weiter hinab ins Tal rollen.

Zweifellos hat dieser Ort seine magische Wirkung auf mich und diese Menschen in den weinigen Siedlungen hier.

Die Ebene wird Kreisfoermig von Vulkanen umschlossen. Einer davon ist der 2800 meter hohe Mt. Merapi

Dort liegt umgeben von Felswaenden der Kwan Ijen, ein gruener Kratersee, der staendig von einem dichten Schwefelnebel eingehuellt wird. Die Erde ist tief zerfurcht und von einer duennen Schwefelschicht ueberzogen. Pflanzen schaffen es nicht in dieser lebensfeindlichen Oase zu ueberleben.

Doch Menschen arbeiten hier. Sie atmen die giftigen Daempfe ein und schinden ihre Koerper um in Koerben den Schwefel ins Tal zur Weiterverarbeitung zu transportieren.

Bis zu 100 kg schultern sie dabei und ueberwinden 300 Hoehenmeter. Wer einmal einen Zementsack zwei Stockwerke hoch getragen hat weiss welche Leistung diese Traeger taeglich vollbringen.

Das Durchschnittsalter dieser Arbeiter liegt bei 45.

Als ich fahre sitzen einige Traeger am Strassenrand und erholen sich. Das mein Reise mich fuer vier Wochen nach Bali fuehrt behalte ich fuer mich.

Zurueck zur Natur

Mai 9, 2010

Ost Java

Obwohl mich auf der Faehre von Sumatra nach Java zwei nette Damen nach Jakarta einluden habe ich mich entschieden dieses Ballungsgebiet grossraeumig zu umfahren.

Die Karte sah fuer diese Alternative eine schoene weisse Klare Linie entlang der Suedkueste vor.

Doch irgendwie schien diese Strasse nicht zu existieren Nach ca 100 km unterhalb von Bogor loeste sich der Weg langsam unter mir auf bis nur noch vereinzelte Asphaltbrocken Zeugen einer Verbindung zur naechsten Ortschaft waren. Schliesslich lies der Dschungel nur noch schlammige Schlagloecher zurueck .Und obwohl mich die Karte wieder einmal im Stich lies wollte ich nicht aufgeben.

An der Weggabelung ins Nichts sass ein alter Mann vor seinem Haus. Er zeigte in den Dschungel. Ich musste an die Westkueste Sumatras denken und ein kurzes Laecheln huschte ueber mein Gesicht.

So dachte er wohl es wuerde mir gefallen was er eben gesagt hatte und Grinsend fuegte er hinzu das es dahinter so bleiben wuerde.

Langsam wurde es dunkel und ich musste einen Platz zum Uebernachten finden.

Es blieb mir nichts anderes uebrig als mein Zelt irgendwo im Dschungel aufzubauen.

Andere Laender andere Sitten

April 28, 2010

Nordsumatra

Ich befinde mich gerade am Ende der Regenzeit sodass ich auf meiner Route abwechselnd warm geduscht und nach kurzer zeit  wieder trocken gefoehnt werde. Doch ich empfinde dies als eine willkommene Abwechslung nach vier Monaten ohne einen Regentropfen in Indien.

Am Strassenrand sehe ich eine Hochzeitsgesellschaft.Lachende Menschen tanzen zu froehlicher Musik in traditioneller Kleidung. Die Frauen hier sind huebsch und flirten gern.

Ich bleibe in einiger Entfernung stehen. Doch ich werde von den Leuten herangewunken. Als ich naeher trete und mir die Menschen um mich herum den blick zum Geschehen freigeben, blieb mir der Atem stehen. Anstatt ein glueckliches Paerchen zu sehen lag eine tote Frau aufgebahrt vor mir  Mein unglaeubiges Gesicht schien dem Mann neben mir Ansporn zu sein dem Schauspiel eine Krone aufzusetzen. Er durchschnitt  imaginaer seine Kehle und mit grinsenden Gesicht teilt er mir mit das sie nun endgueltig erledigt sei. Offensichtlich  vermischen Batak ihre Tradition mit der christlichen Kultur und was fuer mich makaber erschien ist hier normal.

Einige lachen und die Frau hinter mir traegt einen abgetrennten Bueffelhintern auf ihrem Kopf und will von mir Fotografiert werden

Naja ein gewisses Grinsen konnte ich mir auch nicht verkneifen