No worrys

Oktober 11, 2010

 

Der Plenty Highway

Manchmal ist es schwer den leichten weg zu gehen.

Obwohl die Wettervohersage eine wage Regenwahrscheinlichkeit in den naechsten Tagen vorausgesagt hatte strahlte der Himmel in sorglosem Blau. Ohnehin wuerde ich die 700 km unbefestige Strasse in zwei Zuegen durchqueren. Ich durfte nur nicht zu schnell fahren da ein Teilabschnitt der Strecke an die Grenzen meiner Tankkapazitaet reichte.

Its like a game hoerte ich den Jeepfahrer murmeln als ich den grossen Adlern am Himmel nachglotzte und mir meine Chancen ausrechnete.

 Ja, nur nicht zu schnell fahren. 

 Doch schon nach einer Weile lies ich mein Bedenken in trockenen Staub zurueck. Leicht lies sich mein Motorrad ueber sandige, lehmige und felsige Abschnitte manovrieren. Meine Zuversicht wuchs und ich entschied mich mein Zeltlager bereits nach ca. einem drittel der Strecke auf einer kleinen Anhoehe zu errichten. Dieser Platz erlaubte mir einen weiten Blick ueber die flache Landschaft. Bis hierhin gehoerte die Strasse nur mir und es sah so aus als wuerde sich das am naechsten Tag auch nicht aendern.

Stunden spaeter riess mich trommelnder Regen auf dem Zeltdach aus meinem Schlaf. Es war kuehl geworden und der Himmel sah aus als haette ein grosses schwarzes Loch alle Lichter verschluckt. Bis hierhin hatte ich auf meiner gesamten Reise nur einen Regentag gehabt und jetzt erwischte es mich an einem Ort der mich der Natur voellig ausgelieferte .

Als ich mein nasse Behausung verstaute und mein Bike wieder auf den Weg brachte stellte ich fest das es schon die Tage zuvor geregnet haben musste. Die sandigen und felsigen Abschnitte  konnten mein Motorrad gut tragen. Aber der lehmige Grund war schwer wie Blei und tuekisch wie Eis.  Bloody slipery

Es war hoechste Zeit diesen Ort zu verlassen, wenn ich ueberhaupt noch von hier kommen wollte

Ich musste mich also schnell bewegen.

Doch der Schlamm lehmte meinen Vorwaertsdrang  und ich verlor mich in immer wilder werdenen Schlangenlinien.

Unzaehlige male riss mir der Matsch meine Motorad aus den Haenden Die boxen wurden wie Konservendosen aus ihrer Verankerung gerissen und ich verlor 3 meiner 4 Wasserkanister.  

Wertvolle Zeit verstrich waehrend ich versuchte nach jedem abgeladenen Gepaeckstueck das Motorrad wieder aufzurichten. Benzindaempfe raubten mir die luft. Die Fussraste hatte sich an meinem Schoner vorbei in mein Schienbein gebohrt doch ich spuerte keinen Schmerz. Eine der spanischen Karteikarten lag neben meinem verrusten Kocher im Matsch. Los pajaros pueden volar, Voegel koennen fliegen stand darauf. Der Tag begann sich zu verdunkeln.  Ich wuerde es nicht mehr schaffen…..

 

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HAPPY BIRTHDAY

August 17, 2010

Happy Birthday aus dem Allgäu, von all Deinen Freunden und Deiner Family
Weiterhin gute Reise und auf Bald, mal schauen wo der nächste geburtstag stattfindet?!

Zehn kleine Bikerlein

August 1, 2010

Ost-Timor

Wie sollte es anders sein die Welt ist im Wandel. Als Konsequenz bedeutete das fuer mich in Indonesien nahezu das achtfache zu zahlen um noch gerade rechtzeitig an ein neues Visum zu kommen. Natuerlich gibt es hierbei Leute die von solchen Veraenderungen besonders profitieren. Fuer die Verschiffung meines Motorrads von Ost-Timor nach Darwin  sollte es diesmal ploetzlich der dreifache Preis sein. Wie gesagt die Welt befindet sich im stetigen Wandel. Doch was soll man tun wenn man mit seinem Motorrad zufaellig in das Raederwerk dieser Veraenderungen gelangt.

Hierzu eine kleine Geschichte von

Zehn kleinen Bikerlein

Die wollten nach Australien.

Ein Englaender hatte einen Motorschaden (anscheinend hatte er sich auch verliebt).  Da warens nur noch neun.

Ein Norweger flog nach  Haus zurueck  (hatte keine Lust mehr, soll vorkommen).  Da warens nur noch acht.

Einer  Schweizerin ging das Geld aus. (ab nach Thailand) Da warens nur noch sieben.

Ein Australier verlor die Nerven (am Schluss wollte er illegal ohne Visa die Grenze ueberqueren).  Da warens nur noch sechs.

Ein Englaender ist stumm geblieben   (irgendwo verschollen, no answer to the emails).  Da warens nur noch fuenf.

Ein Franzose der wollte erst gar nicht mit (wollte lieber alleine bleiben).  Da warens nur noch vier

Und hier endet die Geschichte: da waren es nur noch vier

 

Vier Gestrandete die ihre Zelte in einem Hof eines Backpacker Unterkunft in Dilli der Hauptstadt Osttinmors  aufstellten.

Der Eigentuemer verglich die Situation mit einem Refugeecamp.

Unter anderem veranlasste uns dies auch unser Lager abzubrechen um uns dann ein Apparment zu mieten

Wir zogen um in die Biker WG.

Gefangen auf den Inseln

Juni 23, 2010

Ein unguenstiges zusammentreffen von zwei Umstaenden fuehrte dazu dass ich mal wieder in der Klemme bin.

Ich warte nun schon seit  Wochen auf  eine Antwort von Osttimor fuer mein Visum und eine Woche auf die inoffiezielle Verlaengerung meines Visums welches mittlerweile  schon ausgelaufen ist. Fuer Indonesien hatte ich 2 Monate eingeplant und ich wusste das ich mein Visum zumindest einmal verlaengern konnte. Dies haette normalerweise gereicht. Nun war es aber so das sich kurz nach meiner Einrese nach Indonesien die Situation in Ost-Timor veraendert hatte und ich konnte nicht mehr so einfach uebers Land einreisen. Man muss neuerdings die Erlaubnis einzureisen per Internet beantragen. Bearbeitungszeit mindenstens zehn Tage. Man kann darueber streiten ob es nun Pech ist, dass sich Situation  fuer die Vergabe der Visas sich derart veraendert hat oder ob es Glueck ist das ich zur falschen zeit am richtige ort sein darf.

Tatsache ist das ich jetzt mit mittlerweile ausgelaufenem Visum seit ueber drei Wochen auf die Antwort aus Ost-Timor warte.

Das mag auch mittlerweile meine Familie ueberaschen die mich in Indonesien besucht hatte.

Vielen Dank nocheinmal fuer alles.

Bevor sie sich von mir verabschiedeten

meinte Gerald noch zu mir wenn ich wirklich probleme habe soll ich mich melden und nicht bis auf den letzten druecker warten. Aber was anderes bleibt mir jetzt nicht mehr uebrig.

Ich komme mir vor wie dieser mann der fuer zwei Jahre auf einem Flughafen leben musste weil sich waehrend seines fluges die politische Situation in seinem Land veraendert hatte. Tom Hanks hatte die Hauptrolle in der Verfilmung.

Aber eine Sache macht mich doch noch etwas ich sag mal zuversichtlich. Beim Abschied meiner Familie war da wieder einer dieser Momente bei der man das gefuehl hat irgendetwas unwirkliches passiert. Einer dieser Momente die ich schon so oft  auf dieser Reise hatte. Gerald erzaehlte mir an der Ablegerstelle fuer die Speeboote nach Bali von einem Freund in Australien. Er lebe dort schon eine Weile und koenne mir bestimmt weiterhelfen wenn ich dort bin. Und ob ihrs glaubt oder nicht in der selben Sekunde kam genau dieser Typ auf uns zu…

Urlaub

Mai 24, 2010

Bali

Wenn ich nun Morgen aufwache weiss ich zur Abwechslung genau wo ich sein werde. In einem schoenen Hotel mit Freunden und Famile. Mit Sicherheit sind die Leute freundlich hier und das Essen ausgezeichnet. Die Matratze ist Frisch ueberzogen und nicht durchgelegen. Das Zimmer ist nicht dunkel. Anstatt einem laut quitschenden Ventilator gibt es Aircondition. Man hoert, sieht und riecht das Meer.

Meine Schwester Heidi und ihr Freund Konsti  besuchen mich auf der Urlaubsinseln Bali.

Auf einer Reise wie dieser ist es wichtig eine Balance zwischen Erlebten und deren Verarbeitung zu finden.Es gibt Zeiten des Reisens und Zeiten des Verweilens. Zeit nachzudenken und wenn moeglich vorauszuschauen. Oft lese ich das Leute mich beneiden

Doch das ist eine romantische Vorstellung. Diese Reise ist kein Urlaub ich verzichte auf sehr viel und um ehrlich zu sein fordert sie mich mehr heraus als ich dachte.

Zwar sehe ich fremde Kulturen und Laender, doch bin ich nur sehr selten wirklich Teil davon

Ich bin auf der Durchreise

Heute abend weiss ich schon was ich tun werde.

Nichts!

Die Schwefeltraeger am Ijen Plateau

Mai 14, 2010

Ostjava

Die Aussicht und ein Java Café Arabica entschaedigen fuer die schlechten Strassen hinauf ins Ijen Plateau. Ich schnalle den Helm an den Lenker und lasse mein Motorrad vorbei an Kaffeplantagen und Baumalleen weiter hinab ins Tal rollen.

Zweifellos hat dieser Ort seine magische Wirkung auf mich und diese Menschen in den weinigen Siedlungen hier.

Die Ebene wird Kreisfoermig von Vulkanen umschlossen. Einer davon ist der 2800 meter hohe Mt. Merapi

Dort liegt umgeben von Felswaenden der Kwan Ijen, ein gruener Kratersee, der staendig von einem dichten Schwefelnebel eingehuellt wird. Die Erde ist tief zerfurcht und von einer duennen Schwefelschicht ueberzogen. Pflanzen schaffen es nicht in dieser lebensfeindlichen Oase zu ueberleben.

Doch Menschen arbeiten hier. Sie atmen die giftigen Daempfe ein und schinden ihre Koerper um in Koerben den Schwefel ins Tal zur Weiterverarbeitung zu transportieren.

Bis zu 100 kg schultern sie dabei und ueberwinden 300 Hoehenmeter. Wer einmal einen Zementsack zwei Stockwerke hoch getragen hat weiss welche Leistung diese Traeger taeglich vollbringen.

Das Durchschnittsalter dieser Arbeiter liegt bei 45.

Als ich fahre sitzen einige Traeger am Strassenrand und erholen sich. Das mein Reise mich fuer vier Wochen nach Bali fuehrt behalte ich fuer mich.

Zelt mit Fussbodenheizung

Mai 14, 2010

Heisse Naechte in Westjava

Hiermit moechte ich zu einer wichtigen Campingregel kommen. Baue dein Zelt nicht auf einem Vulkan auf. Ein Geysir scheidet auch aus.

Zurueck zur Natur

Mai 9, 2010

Ost Java

Obwohl mich auf der Faehre von Sumatra nach Java zwei nette Damen nach Jakarta einluden habe ich mich entschieden dieses Ballungsgebiet grossraeumig zu umfahren.

Die Karte sah fuer diese Alternative eine schoene weisse Klare Linie entlang der Suedkueste vor.

Doch irgendwie schien diese Strasse nicht zu existieren Nach ca 100 km unterhalb von Bogor loeste sich der Weg langsam unter mir auf bis nur noch vereinzelte Asphaltbrocken Zeugen einer Verbindung zur naechsten Ortschaft waren. Schliesslich lies der Dschungel nur noch schlammige Schlagloecher zurueck .Und obwohl mich die Karte wieder einmal im Stich lies wollte ich nicht aufgeben.

An der Weggabelung ins Nichts sass ein alter Mann vor seinem Haus. Er zeigte in den Dschungel. Ich musste an die Westkueste Sumatras denken und ein kurzes Laecheln huschte ueber mein Gesicht.

So dachte er wohl es wuerde mir gefallen was er eben gesagt hatte und Grinsend fuegte er hinzu das es dahinter so bleiben wuerde.

Langsam wurde es dunkel und ich musste einen Platz zum Uebernachten finden.

Es blieb mir nichts anderes uebrig als mein Zelt irgendwo im Dschungel aufzubauen.

Cowboy in Paradise

Mai 6, 2010

Westkueste Sumatras

Wusstet ihr eigentlich das auf indonesich Mata Hari Sonnenuntergang  heist?

Das Bild ist allerdings  der  untergehende Vollmond

Es ist schon ein bischen traurig das ich soweit fahren musste um endlich ein unberuehtes Land zu entdecken.

Wie ein Cowboy im alten Amerika floh ich von der Zivilisation um endlich den Traum vom eigenen, urspruenglichen Fleckchen Erde zu finden.

Es schien so das ich irgendwo an der Westkueste Sumatras diesen Ort gefunden habe

Es ist ein erhabenes Gefuehl eine Umgebung vollkommen wahr zu nehmen. Zeit scheint hierbei keine Bedeutung zu haben. Kleine von Felsen umschlossen Straende gibt  es hier.

Ein Zelt ist hier Gold wert.

Auch ich blieb nicht unbeobachtet. Am naechsten Morgen loesen mich zwei neugierige  Indianerinnen, ich meine Indonesierinnen aus dem naheliegenden Dorf aus meiner Entdeckerillusion. Abwechselnd wollen sie ein bild von mir auf ihren Handys. Zu meiner Freude scheint es ihnen ein Vergnuegen zu sein sich von Bild zu Bild immer naeher an mich zu schmiegen.

Auch das blieb nicht unendeckt und so wurde es zeit wieder aufzusatteln, sorry ladies

Kein schlerchter Start in den Morgen. Gut gelaunt schwinge ich  mich zurueck in meinen Sattel und ziehe weiter.

Back in the sattle.

Andere Laender andere Sitten

April 28, 2010

Nordsumatra

Ich befinde mich gerade am Ende der Regenzeit sodass ich auf meiner Route abwechselnd warm geduscht und nach kurzer zeit  wieder trocken gefoehnt werde. Doch ich empfinde dies als eine willkommene Abwechslung nach vier Monaten ohne einen Regentropfen in Indien.

Am Strassenrand sehe ich eine Hochzeitsgesellschaft.Lachende Menschen tanzen zu froehlicher Musik in traditioneller Kleidung. Die Frauen hier sind huebsch und flirten gern.

Ich bleibe in einiger Entfernung stehen. Doch ich werde von den Leuten herangewunken. Als ich naeher trete und mir die Menschen um mich herum den blick zum Geschehen freigeben, blieb mir der Atem stehen. Anstatt ein glueckliches Paerchen zu sehen lag eine tote Frau aufgebahrt vor mir  Mein unglaeubiges Gesicht schien dem Mann neben mir Ansporn zu sein dem Schauspiel eine Krone aufzusetzen. Er durchschnitt  imaginaer seine Kehle und mit grinsenden Gesicht teilt er mir mit das sie nun endgueltig erledigt sei. Offensichtlich  vermischen Batak ihre Tradition mit der christlichen Kultur und was fuer mich makaber erschien ist hier normal.

Einige lachen und die Frau hinter mir traegt einen abgetrennten Bueffelhintern auf ihrem Kopf und will von mir Fotografiert werden

Naja ein gewisses Grinsen konnte ich mir auch nicht verkneifen